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Lamb Of God - Wrath
Melodischer als Lamb Of God auf ihrem aktuellen Release kann eine Band nicht mehr sein. Dass sich das auf etwa 5 Minuten der insgesamt rund 45 Minuten beschränkt, ist an sich auch der einzige Wehrmutstropfen. Das tut der Abwechslung aber keinen Abbruch. Auf "Wrath" regiert Härte und Rythmus, wie das bei einer Band dieser Metalllegierung nicht anders sein sollte.


  :: CD-Review ::
   
 
Das Album-Intro "The Passing" nimmt uns direkt ins seine wärmenden Arme. Durch wunderschöne, teils doppelläufige (zu beginn akustische) Gitarrenmelodien, die Metallica oder Iron Maiden in ihren Hochzeiten auch nicht hätten besser schreiben können, ist man direkt ganz tief im Inneren gepackt. Doch bevor wir uns daran gewöhnen und beginnen wohlig zu träumen, sind wir mittendrin in der bösen, dunklen Welt der Jungs aus Richmond, Virginia. "In Your Words" rückt die Erwartungen zurecht: Es ist alles beim alten im Hause der schreienden Lämmer. Mindestens. Heftiges Stakkatoriffing, Moshparts, Blastattacken und immer wieder prägnante – man mag es gar nicht auszusprechen -Melodien. So endet dieses erste Highlight mit einem epischen mantra-artigen Outro, dass den perfekten Soundtrack zum Weltuntergang darstellt.
"Contractor" erinnert an Testaments "Dog Faced Gods": Eine rollende, alles niederwalzende Lavine. "Grace" umschmeichelt ähnlich dem Album-Opener das Ohr mit seinem 30 Sekunden-Intro. "Broken Hands" ist neben "In Your Words" der herrausragende Track. Mit der klebrigen Bezeichnung Hymne liegt man hier im positiven Sinne richtig. Der "Sprechgesang" in diesem Song erinnert ein wenig an Phil Anselmo - wie auch die Gitarrenarbeit der Band im Gesamten stark von Pantera beeinflusst scheint - und liefert erneut ein Beispiel für die Mühen die sich die Band macht, das Album trotz der ausgetretenen Genre-Pfade abwechslungsreich zu gestalten. Dieses lebt in erster Linie vom großartigen Spiel der Band mit dem Rythmus. Von Midtempo bis Doubleblast ist hier alles in einem ständigen Wechsel geboten, ohne dass Langeweile aufkommen kann. Damit sollte es doch jetzt auch bei uns klappen. Ob Thrash Metal, Metalcore, American Wave Of Heavy Metal oder Pure American Metal – wie die Band ihren Stil selbst nennt - spielt da keine Rolle mehr. Da kann man es sich noch so schön reden. Diesen Jungs nimmt man ab, dass wir uns auf einem stinkenden Klumpen Rotz bewegen. Authentisch und hart.
Prägnante und griffige Vocals, deren Fehlen im Normalfall bei solchen Veröffentlichungen zu bemängeln sind, fehlen hier nicht. Die bellende Stimme von Shouter Randy Blythe erinnert bishweilen gern auch an ProPains Gary Meskil, ist aber trotz der angeführten Vergleiche eigenständig und im Rahmen des Machbaren sehr variabel eingesetzt: Zwischen Screams und Growls wird alles geboten.
Das abschließende 7-minütige "Reclamation" untersreicht den Gesamteindruck, indem es alle bisher genannten Qualitäten nochmal eindrucksvoll zusammenfließen lässt. Somit hat Roadrunner auch 2009 die Messlatte zu Beginn des Jahres für die kommenden Metal-Veröffentlichungen hoch gelegt. Lamb Of God wollen mit diesem Album endlich ihren unheimlichen Erfolg, den sie seit Jahren in Übersee haben, auch auf Europa ausweiten. Neben über 3 Millionen verkauften Einheiten weltweit, Touren mit Metallica, Iron Maiden und Slayer, gehört auch eine Grammynominierung im Jahre 2007 zu den Erfolgen der Jungs. Also wenn nicht jetzt, wann dann?!

Tracklist:
01. The Passing
02. In Your Words
03. Set To Fail
04. Contractor
05. Fake Messiah
06. Grace
07. Broken Hands
08. Dead Seeds
09. Everything Is Nothing
10. Choke Sermon
11. Reclamation
  (TS)

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Label: Roadrunner
 
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