
Für alle diejenigen die einen Parkplatz in der Nähe gefunden haben, beginnt der Abend mit einer jungen Band aus Essen: "
SchockRomantik". Man merkt Ihnen ihre Nervosität an. Die Halle ist noch nicht allzu gut gefüllt und der Sound der Band könnte ein Chefdenker-Publikum vielleicht Konzert eher interessieren. Der Sänger versucht sich an witzigen Ansagen, scheitert aber damit und erntet nicht mehr als Höflichkeitsapplaus.
Der zweite Slot des Abends gehört dann "
Far From Finished". Tattoos, Karohemden und auf den Köpfen die Art von Mütze, die der Saarländer gerne als Batschkapp bezeichnet. Auf die Ohren gibt es wunderbaren Streetpunk im typischen Boston-Style, wie man ihn sonst auch von den "Streetdogs" oder "Avoid One Thing" kennt. Die Jungens machen einen verdammt ordentlichen Job, die Songs werden gefeiert, getanzt, mitgesungen. Langsam wird’s eng vorne und Köln scheint bereit für "
No Use For A Name".
Dies ist heute ihr erstes Deutschland-Konzert der laufenden Tour, im Zuge der neuen Platte "The Feel Good Record Of The Year". Das Konzert beginnt wie das Album, und zwar mit "Biggest Lie", welches auch in Kürze als Video erscheinen wird. Von der ersten Sekunde an ist jeder in der Halle wieder 17 und lässt sich von dem allgegenwärtigen California-Gefühl anstecken. Was nun folgt sind

zwei Stunden Punkrock-Geschichte. Die neuen Songs und die Klassiker werden aus vollem Hals mitgesungen, Finger werden in die Luft gereckt und es wird geschwitzt.
Auf der Bühne ist auch einiges im Gange. Matt Riddle hat sich die Guitar Hero-Controller-Farben vorne auf seinen Bass geklebt und der ansonsten eher ansagenscheue Tony Sly wird mit jedem weiteren Schluck Wodka-RedBull redegewandter und sorgt so für einen hohen Grad an Unterhaltung, ohne das es peinlich wird. Eine handvoll Coversongs gehören zu jedem guten No Use Konzert und so gibt’s auch heute wieder die bandeigenen Versionen von "I Turned Into A Martian"(Misfits), "Redemption Song" (Bob Marley) und das weihnachtliche aber wundervolle "Fairytale Of New York"(The Pogues). Letzteres stellt auch den letzten Song des Abends dar, nachdem die Band vorher beschlossen hatte, nicht extra die Bühne zu verlassen, um die Leute nach Zugabe rufen zu lassen. Es würde direktweitergespielt bis die Setlist geputzt war.
Die Jungs machen diesen Job seit 20 Jahren, haben überall auf der Welt gespielt und scheinen auch das Handtuch so schnell nicht werfen zu wollen. Und solange sie noch solche Shows geben, solange die alten Männer mit ihren Instrumenten noch so hoch springen, dürfen wir uns über jede neue Tour freuen. No Use haben es einfach immer noch drauf.